Airwolf – Der Kinofilm ✍

Seit  12.06.2014 im Handel erhältlich.

Ausgerüstet mit 14 verschiedenen, äußerst wirksamen Waffensystemen und schneller als der Schall. Mit diesen Attributen soll ein, futuristisch anmutender, Helikopter die amerikanischen Streitkräfte unterstützen. Das Projekt heißt Airwolf, nicht zu verwechseln mit den leistungsschwachen Händetrocknern auf öffentlichen Toiletten. Für die fleißigen Fernsehzuschauer der 80er und 90er Jahre, wird diese Verwechslungsgefahr ausgeschlossen sein, gehörte die Actionserie Airwolf neben Knight Rider, dem A-Team oder MacGyver zu den beliebtesten Terminen, vor dem heimischen Bildschirm.

Von 1984 bis 1987 brachte es die High-Tech Flugmaschine auf 4 Staffeln, wobei ein stätiger Qualitätsverlust an Inhalt und Material zu beklagen war. In der letzten Staffel war dann aus Kostengründen auch nicht mehr der bisherige Hauptdarsteller, Jan-Michael Vincent als Stringfellow „Huckleberry“ Hawke, im Cockpit zu sehen. Da der, extra für die Produktion, umgebaute Bell 222 Hubschrauber auch nicht mehr optimal funktionstüchtig war, griff man auf Footage-Material vom bisherigen Geschähen der vorangegangenen Seasons zurück. Doch vor dem traurigen Ende gab es einen erfolgreichen Anfang.

Airwolf war als TV-Film konzipiert, die Produzenten entschlossen sich jedoch, nach guten Prognosen, dazu diese Geschichte als Serie fortzuführen. In unseren heimischen Lichtspielhäusern erschien dieser Pilotfilm sogar im Kino. Diese Fassung erscheint nun bei Koch Media für das Heimkino.

 

Bei einem Testflug des Airwolf-Helikopters, wird dieser von einem der Entwickler entführt. Zuflucht findet er in Libyen und zum Dank des dortigen Aufenthalts, übt er mittels dieser bewaffneten Luftfestung einige terroristische Anschläge gegen die freie Welt aus. Amerika muss also einen alten Helden re-rekrutieren, der nach dem Ausscheiden aus dem Staatsdienst, zurückgezogen in den Bergen lebt: Captain Hawke. Nach harter Verhandlung begibt sich der Meisterpilot zusammen mit seinem Ziehvater Dominic Santini (Oscar-Preisträger Ernest Borgnine, 1955 bester Hauptdarsteller in Marty) nach Nordafrika um diese Geheimwaffe zurück zu erobern.

 

Die Action im vorliegendem Werk, hält sich im Rahmen der Möglichkeiten einer 80er-Jahre Fernsehproduktion. Somit liegt das Hauptaugenmerk vorwiegend auf der politischen Ebene, bezüglich Kalter Krieg und Vietnam, welche aber nur sanft und selbstzweckmäßig angekratzt wird. Ein ernster Ansatz bleibt aus und wird vermutlich auch von Niemandem erwartet. Ein Vorbild könnte der John Badhams Film Blue Thunder (Das fliegende Auge) von 1983 sein, aber auch Nacharmer, wie die deutsche TV-Serie Helicops – Einsatz über Berlin in 3 Staffeln, bestätigt die Begehrtheit des Stoffes. Die musikalische Gestaltung, die gesamte Optik und die Dialoge gestalten sich nach gekannten Mustern der Entstehungszeit. Für Kenner der Serie und Fans bleibt die Frage, ob diese Veröffentlichung Sinn für sie machen wird. Der Beginn der 1. Staffel, seit langem auf DVD erhältlich, ist ja inhaltlich identisch. Die Kinofassung bietet nur eine andere Schnittfassung. Als alleinstehender Actionfilm funktioniert Airwolf – Der Kinofilm nur bedingt, betrachtet man die Großproduktionen jener Epoche. Seinen Charme versprüht der stromlinienförmige Flugkörper dennoch und gelegentlich darf auch herzlich gelacht werden, teils bedingt aus unfreiwilliger Komik, teils begründet durch gute Pointen.

 

Wenn sich ein Liebhaber findet, so kann ich versichern das sich Koch Media wie gewohnt Mühe bei der Präsentation gegeben hat. Zusätzlich zum englischen Originalton gibt es zwei deutsche Synchronfassungen. Die TV-Version und die Kinoversion, welche unflätiger ausfällt. Die zusätzlichen Szenen werden vermutlich in der normalen Serienfassung enthalten sein und eine Bildergalerie verspricht die Abbildungen seltener Werbematerialien. Somit ist der Spielfilmauftritt von Airwolf nur den Hartgesottenen Sammler zu empfehlen.