Men & Chicken ✍

Etwas ist faul im Staate Dänemark

Anders Thomas Jensen: Multitalent. Autodidakt. Preisgekrönter Regisseur und Drehbuchautor. Seine Filmografie liest sich wie das Best of des dänischen Kinos der letzten 20 Jahre, er erhielt einen Oscar für seinen Kurzfilm WAHLNACHT, eine Oscar-Nominierung für Susanne Biers NACH DER HOCHZEIT, für den er das Drehbuch schrieb, Oscar für den besten ausländischen Film für IN EINER BESSEREN WELT. Er war am Drehbuch einiger der wichtigsten Dogma-Filme beteiligt, Kult-Klassiker wie IN CHINA ESSEN SIE HUNDE, OLD MEN IN NEW CARS, WILBUR WANTS TO KILL HIMSELF und der erst kürzlich gelaufene THE SALVATION stammen aus seiner Feder, seine Regiearbeiten FLICKERING LIGHTS, DÄNISCHE DELIKATESSEN und ADAMS ÄPFEL toppen dieses Oeuvre, das vor Kreativität, Vielseitigkeit und Tatendrang nur so brodelt.
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Birdman oder (Die unverhoffte Macht der Ahnungslosigkeit) ✍

Es ist so offensichtlich und naheliegend: Michael Keaton, der Batman der 1980er Jahre, spielt einen abgehalfterten Schauspieler, der vor über 20 Jahren mit einer Superhelden-Rolle große Erfolge feierte: Birdman. Mit einer selbstproduzierten Theateradaption von Raymond Carvers Short Story “What We Talk About When We Talk About Love” will er sich des abgenutzten Rufs entledigen und zurück in den Schauspielhimmel katapultieren. Doch ist diese Referenz auf Keatons Karriere lediglich der Ausgangspunkt für eine viel größer angelegte, zwischen Ironie und Depression pendelnde Metareflexion. Eine Metareflexion über das Verhältnis von realer Person und Figur, über das Starystem Hollywoods, aber auch über die Masken, die jeder Mensch trägt und an die man sich klammert, als ginge es um Leben und Tod.
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