A Night in Blood Red

Claudio Simonetti’s Goblin vertonen Dario Argento’s Suspiria LIVE

Eines ist unbestritten: Die cineastische Bedeutung von Dario Argentos Horrorfilm “Suspiria” von 1977 für das europäische Kino ist übergroß. Für die Entwicklung und Einordnung des Genres Horror haben nur wenige andere Filme einen so entscheidenden Beitrag geleistet und stehen in einer Reihe mit dem von Argento verehrten Sir Alfred Hitchcocks “Psycho” oder den New-Hollywood-Klassikern “Rosemary’s Baby” und “The Exorzist”.

Diese Maßstabsfilme haben alle etwas gemein: Die überbordende ästhetische Verbindung von Musik, Architektur, Farbgestaltung und Dramaturgie.

Argentos Faible für moderne und klassische Architektur, der durch Mario Bava geprägte barocke Farbenwahnsinn und die integrale Verbindung mit der Musuík der italienischen Prog-Rocker “Goblin” heben die märchenhafte und träumerische Handlung von “Suspiria” zu einer spirituellen Erfahrung. Unter Horrorfilmfans auf der ganzen Welt wird dieser Reigen aus Geheimnis, Bewegung, Schock und Psychedelica verehrt. Ein unsterblicher Film, der immer wieder neu entdeckt wird.

2018 erlebte auch das Original durch Luca Guadagninos “Suspiria” – eine Reinterpretation des Themas, welche die Handlung in das Berlin des Deutschen Herbst verlegt, erneut eine Renaissance.


Bandphoto: Copyright by Goblin (links) | Artwork: Copyright by Cristiano Siqueira (rechts)

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Suspiria 2018

Story: Die junge und hoffnungsvolle amerikanische Tänzerin Susie Bannion zieht nach Deutschland, um dort beim renommierten Markos Tanzensemble in Berlin eine Ausbildung zu absolvieren. Nachdem sie das Vortanzen bestanden hat, freundet sie sich dort mit Sara an und macht unter der Aufsicht der künstlerischen Leiterin Madame Blanc, die als eine Revolutionärin gilt, schnell erstaunliche Fortschritte. Doch in der Tanzschule gehen seltsame Dinge vor sich: Kurz vor Susies Ankunft verschwand etwa sogar die Tänzerin Patricia unter ungeklärten Umständen und Dr. Jozef Klemperer, der Psychotherapeut der jungen Tanzschülerin, kommt bald einem dunklen Geheimnis auf die Spur: Hinter der Fassade der Tanzschule verbergen sich grausame Hexen…

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DRR-SHOW – 06-2019 – Zwischen Ausdruckstanz und Körperfressern

Wir hatten wahrlich große Freude bei der Zusammenstellung der aktuellen Show und überbringen Euch im Zeichen der 6 ein erschreckend gutes Programm, ein Rundum-sorglos-Paket aktueller Knaller und heißgeliebter Klassiker.

So teasern wir in unserer Medienschau nicht nur Benedikts harte Fundstücke, sondern auch spontane Filmerlebnisse – Max macht Berlin unsicher – sowie zwei Sammlereditionen an: THE THING-Box von Turbine Media Group sowie SUSPIRIA in der Ultimate Edition. Zu Letzterem fand sich unser lieber Gastautor Patrick Müller mit Stefan zusammen und beide bieten mit ihrer 25-minütigen Analyse zu Luca Guadagninos Re-Vision hohes Infotainment. Doch auch IHR bestimmt ab sofort das Programm stärker mit und durftet abstimmen: unsere neu eingeführte cineastische Hausaufgabe hält heute passend zum ʻDing’ Philip Kaufmanns KÖRPERFRESSER-Film von 1978 parat, an dem sich wir vier Männer ausgiebig erfreuen.

Noch ein Blick ins aktuelle (Heim-)Kino: unsere Julia bespricht ROMA von Alfonso Cuarón, Benedikt fliegt mit Ryan Gosling – the FIRST MAN zum Mond und zusammen mit Max in Michael Bully Herbigs BALLON über die innerdeutsche Grenze. Auf der großen Leinwand begeistern uns Jordan Peeles WIR (US), der aktuell Box-Office-Rekorde bricht sowie Jonah Hills Regiedebüt MID90s, der definitiv Lust auf mehr macht. Wie noch Sylvester Stallone und Angela Merkel in das Ganze passen, das müsst Ihr jetzt aber selbst hören.

Für jeden was dabei? Das denken wir aber doch, daher hört uns fleißig und empfehlt uns gerne weiter! Eure Deep Red Radionisten


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Grenzüberschreitungen: Exkursionen in den Abgrund der Filmgeschichte / Der Horrorfilm

Zum Buch: Der Film ist eine Kunst der Grenzüberschreitungen. Und jenseits der Grenze lauert der Abgrund. Film als Spiegel unseres Begehrens macht uns nicht nur mit der Lust am Schönen vertraut, sondern auch mit der eigenen Finsternis, und je tiefer wir in diesen Abgrund blicken, umso mehr erkennen wir – unser monströses Selbst. Von kinematographischen Alpträumen ist hier die Rede, vom Abjekten und Erschreckenden. Von der Macht des fiktionalen Grauens…

Der vorliegende Band ‚Grenzüberschreitungen’ knüpft an den Vorgänger ‚Grenzkontakte’ (2016) an und setzt die Exkursionen ins Abseits der Filmgeschichte fort. Marcus Stiglegger, ein Spezialist der deutschen Genreforschung, versammelt in dem vorliegenden Buch höchst persönliche Texte zum Horrorfilm als einem existenziellen Angsterlebnis.

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