Interview mit Julian Richards

Heute vor 51 Jahren erblickte in New Port (South Wales) Julian Richards das Licht der Welt. Grund genug für uns, dass von Max geführte Interview zu veröffentlichen. Dieses haben wir im Zuge der Retrospektive zu / über Julian Richards beim Hard:line Film Festivals durchgeführt. Im Interview spricht Julian über seinen Werdegang im Filmbuisness, die Arbeit als Produzent und den künstlerischen Anspruch. Was dabei herauskam, das hört ihr hier und heute.


Hinweis: Das Interview wurde in Englisch geführt!



Kurz-Bio:
Julian Richards ist ein DIY-Künstler, wie er im Buche steht: Geht nicht, gibt’s nicht, denn im Zweifel macht man eben alles selbst. Das begann, wie bei einer ganzen Generation von Filmemachern, mit einer Super-8-Kamera. Einfach draufhalten und eigene Geschichten erzählen – früh übt sich. Der Waliser Richards begann im Alter von 13 Jahren mit ersten Experimenten. Die National Film School in London und Lehrjahre in LA, in denen er unter anderem für Steven Spielbergs Amblin Entertainment an Drehbüchern arbeitete, verfeinerten seine Skills, doch die kompromisslose Attitüde legte er dennoch nie ganz ab. Schon für sein Debüt DARKLANDS aus dem Jahr 1997 musste er kreativ werden, denn kurz nachdem er den Film verkauft hatte, ging der amerikanische Verleih pleite und DARKLANDS hing über zehn Jahre in der Luft – selbst ein Angebot von Roger Corman musste Richards ausschlagen, weil die Rechte nicht zu klären waren. 2012 gründete er dann seinen eigenen Weltvertrieb Jinga Films, kaufte den Film zurück und konnte ihn mit über 15-jähriger Verspätung in den USA veröffentlichen. Für die provokante Mockumentary THE LAST HORROR MOVIE gründete er 2003 seine erste Produktionsfirma, um den Film so durchziehen zu können, wie er ihn im Sinn hatte. Julian Richards ist facettenreich zwischen Produktion und Vertrieb unterwegs, doch immer mit dem Ziel, sowohl seine künstlerische als auch seine finanzielle Unabhängigkeit zu wahren. Dabei bleibt er dem Genrefilm treu, greift bewährte Themen und Tropen auf und gibt ihnen einen neuen Twist – etwa die Verortung des Okkultismusthrillers DARKLANDS im walisischen Hinterland, die Verschachtelung der Snuff-Mockumentary für THE LAST HORROR MOVIE oder die Verschränkung des Frankenstein-Themas mit einem Mutter-Tochter-Drama in REBORN. 2019 ist Julian Richards‘ Jahr, denn nach einer kurzen Regiepause, in der er sich seiner Familie widmete und Jinga Films zu einem angesehenen Indie-Haus ausbaute, ist er gleich mit zwei eigenen Arbeiten zurück im Rampenlicht und wird rechtzeitig zur stillen Zeit mit einem Element für den Horror-Adventskalender DEATHCEMBER am Start sein. –Quelle: Hard:line Film Festival


Filmografie:

1997 Darklands
2002 Silent Cry
2003 The Last Horror Movie
2007 Summer Scars
2009 Charles Dickens’s England
2012 Shiver
2018 Reborn